BuchsbaumzĂŒnsler bekĂ€mpfen – der grĂ¶ĂŸte Feind des Buchsbaums

In den meisten deutschen GĂ€rten wĂ€chst ein Buchsbaum (Buxus).  Oftmals gleich mehrere BuchsbĂ€ume formschön geschnitten, ob als Kugel, Quader oder ganze Hecke. Doch seit einigen Jahren hat der sogenannte BuchsbaumzĂŒnsler sich auch in unseren GĂ€rten heimich gemacht. Vermutlich per Schiff aus Ostasien als blinder Passagier eingeschleppt, breitet er sich nun rasch auch aus und es gibt kaum noch einen unbeschadeten Buchsbaum.

Wer und was ist ein BuchsbaumzĂŒnsler?

BuchsbaumzĂŒnsler
BuchsbaumzĂŒnsler

Der BuchsbaumzĂŒnsler ist ein Falter. Er legt tausende Eier in und meistens an den AußenblĂ€ttern des Buchsbaums ab. Die daraus entstehenden Raupen fressen  dann aus dem Inneren der Pflanze die BlĂ€tter und Äste ab, wobei diese dann ganz oder teilweise absterben. Die Raupe wĂ€chste Ă€hnlich wie ein Made sehr schnell und kann bis zu 4cm groß werden. Die grĂŒne Raupe lĂ€sst sich durch die schwarzen Punkte nur schwer im Blattwerk des Buchsbaums finden. In befallenen Pflanzen breitet sich der ZĂŒnsler jedoch sehr schnell aus und man findet nicht selten hunderte Tiere in einer Pflanze.

Wie kann ich SchĂ€dlinge (BuchsbaumzĂŒnsler) bekĂ€mpfen?

  1. FrĂŒhzeitig erkennen: Untersuchen Sie ihre Buchsbaumpflanzen regelmĂ€ĂŸig und achten Sie auf erste Anzeichen von SchĂ€dlingsbefall (spinnennetzĂ€hnliche Nester).
  2. FrĂŒhzeitig bekĂ€mpfen: Sollten Sie einen SchĂ€dlingsbefall festegestell haben, zögern Sie nicht.
  3. Wasser marsch: Klingt seltsam, erzielt aber oftmals den gewĂŒnschten Erfolg. Spritzen Sie die Pflanze mit dem Hochdruckreiniger oder starken SchlauchdĂŒse ab.
  4. Algenmehl: BewÀhrt hat sich auch Algenmehl oder Algenkalk. Dies ist absolut biologisch, vertreib und beugt vor.
  5. Insektizide: Neben der „natĂŒrlichen“ SchĂ€dlingbekĂ€pfung besteht auch die Möglichkeit biologische Insektizide und chemische Insektizide einzusetzen.
  6. Notfalls zurĂŒckschneiden: Helfen alle Maßnahmen nicht, sollten Sie den Buchsbaum zurĂŒckschneiden, um ein vollstĂ€ndiges Absterben der Pflanze zu verhindern
  7. Richtig entsorgen: Ganz wichtig! Entsorgen Sie die BuchsbĂ€ume oder auch einzelne SchĂ€dlinge nicht auf dem Kompost oder BiomĂŒll, da diese sich sonst weiter verbreiten können. Bitte immer ĂŒber den RestmĂŒll entsorgen!

Expertentipp: Algenkalk

Algenkalk gegen BuchsbaumzĂŒnsler und Buchsbaumpilz. 100 % naturreiner Meeresalgenkalk wirkt absolut natĂŒrlich durch Kalzium, Magnesium sowie lebensnotwendige Spurenelemente des Meeres (Jod und Sele). Der Buchsbaum wird einfach groĂŸĂŒgig mit dem Algenkalk bestreut. Da der Algenkalk so fein ist, haftet es an der Pflanze und vertreib ungebetene SchĂ€dlinge.

 

Weitere Tipps

Info: BuchsbaumzĂŒnsler

Der BuchsbaumzĂŒnsler (Cydalima perspectalis) ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde und sich heute zur invasiven Spezies entwickelt hat. Die Raupen können SchĂ€den durch Kahlfraß an BuchsbĂ€umen verursachen.

Die Falter sitzen auf der Unterseite der BlĂ€tter, meist nicht auf BuchsbĂ€umen, sondern an anderen Pflanzen. Sie können gut und schnell fliegen. Zur Eiablage suchen die zirka acht Tage lang lebenden Weibchen gezielt nach BuchsbĂ€umen. Die Raupen der letzten Eiablage des Jahres ĂŒberwintern in Kokons zwischen den BlĂ€ttern oder in Ritzen in der NĂ€he der Pflanzen. Die Raupen halten sich zum Schutz in Kammern auf, die durch Formen und Verkleben von BlĂ€ttern entstehen. Die Raupe nutzt ihre FĂ€higkeit, FĂ€den zu erzeugen, zum Verkleben der BlĂ€tter und auch bei der Flucht – um sich an einem Faden schnell herabzulassen. Die Gespinste der Kokons sind recht dicht gesponnen und erschweren die BekĂ€mpfung der Schadinsekten.

Fressfeinde

Die Larven des BuchsbaumzĂŒnslers lagern einige der ĂŒber 70 bekannten Gifte des Buchsbaums ein, insbesondere dibasische Triterpene (Alkaloide), wĂ€hrend monobasische eher verstoffwechselt und weniger eingelagert werden. Die jungen Raupen bevorzugen die Ă€lteren BlĂ€tter im Inneren des Busches, welche einen höheren Gehalt der Toxine aufweisen. Damit werden gerade die kleineren Raupen fĂŒr potentielle Fressfeinde geschmacklich unattraktiv und auch giftig. Trotzdem wurden Singvögel (insbesondere Meisen) beim wiederholten VerfĂŒttern großer BuchsbaumzĂŒnslerraupen an ihre Nachzucht beobachtet.

BuchsbaumzĂŒnsler
BuchsbaumzĂŒnsler

Herkunft

In vielen Gebieten, insbesondere im Raum Basel, tritt die Art vermehrt als ForstschĂ€dling auf. Bedeutende SchĂ€den richtet der BuchsbaumzĂŒnsler auch in PrivatgĂ€rten und öffentlichen Gartenanlagen an. Das Schadbild ist nicht zu verwechseln mit Buchsbaum-Erkrankungen, zum Beispiel dem Cylindrocladium-Triebsterben, dem Volutella-Zweigsterben und der Buchswelke. Die Raupen des BuchsbaumzĂŒnslers fressen zunĂ€chst die BlĂ€tter, anschließend auch die grĂŒne Zweigrinde. An den BlĂ€ttern befallener Pflanzen sind nur noch die Blattrippen oder der Blattstiel sowie Reste vertrockneten, hellbeigen Blattgewebes vorhanden. Dazwischen gibt es vereinzelt auch noch gesunde, grĂŒne BlĂ€tter. Die ganze Pflanze ist von einem Gespinst umgeben. HellgrĂŒne KotkrĂŒmel sind im Gespinst und unter der Pflanze sichtbar. Bei sehr starkem Fraß können einzelne Triebe oder gar die ganze Pflanze absterben. Meist treibt die Pflanze aber wieder aus. (Quelle: Wikipedia)